Death – Musikalische Wiederauferstehung

Death, Detroit ’74 (Foto: Tammy Hackney)

Vertonung des Artikels im Stile eines Radiobeitrags

18.02.2013 – Beim letzten LA Film Fest feierte die Rockumentary A Band Called Death Premiere. Eine späte Anerkennung für drei Punk-Pioniere der 70er.

„This Band Was Punk Before Punk Was Punk“, schrieb die New York Times. Und es stimmt – diese Band war ihrer Zeit voraus. Im Jahre 1974 ging eine Band namens DEATH ins Studio um ein Album aufzunehmen. Die Songs waren noch nicht alle im Kasten, da zog die Plattenfirma die Reißleine.

Erst ganze 35 Jahre später wurden die Songs, die es damals aufs Tape geschafft hatten, veröffentlicht. Mit „For The Whole World To See“, wurden sie im Jahre 2009 erstmals für die Massen verfügbar.

Die Band DEATH bestand aus den drei Hackney-Bürdern Bobby, zuständig für Vocals und Bass, David an der Gitarre und Dannis am Schlagzeug. Ursprünglich 1971 in Detroit unter dem Namen Rock Fire Funk Express als R&B Gruppierung gegründet, wechselte die Band ihren Namen zu DEATH und den Stil hin zum Rock ’n‘ Roll. Verschiedene Quellen geben unterschiedliche Live-Acts als Initiator des Ausrichtungwechsels an, am häufigsten liest sich der Name Alice Cooper, gefolgt von den Stooges und The Who. David, Jim Morrison-Fan und Hauptverantwortlicher für die Namensgebung, wollte den Namen positiv verstanden wissen: „Seine Idee war es, die Vorstellung vom Tod vom Negativen ins Positive zu drehen. Es war schwer zu vermitteln“, erinnerte sich Bobby Hackney 2010 in einem Interview mit NPR.

Wir spielten ziemlich aggressiven Rock ’n‘ Roll

Death, Datum und Fotograf unbekannt

Doch der damals anstößige Name war nicht das einzige Problem der Band. DEATH spielte auf Kleinkunstbühnen und Garagenparties – im östlichen, überwiegend afroamerikanischen Teil Detroits. Die Reaktionen reichten von Verwirrung bis hin zu Spott. „Wir wurden belächelt, weil zum Zeitpunkt jeder in unserem Umfeld Philadelphiasound, Earth, Wind & Fire oder The Isley Brothers gehört hat“, sagte Bobby der New York Times. „Die Leute dachten, wir machen sehr seltsame Sachen. Wir spielten ziemlich aggressiven Rock ’n‘ Roll, denn es gab so viele Stimmen um uns herum, die versuchten uns umzustimmen.“

Nicht desto trotz schaffte es die Band ins Studio. Groovesville Productions, nahm die Band unter Vertrag und 1974 begannen die Aufnahmen in den United Sound Recording Studios, Detroit. Nachdem sieben, der ursprünglich zwölf geplanten Tracks, aufgenommen waren, kam es Wendepunkt. Don Davis, Eigentümer von Groovesville, knüpfte eine weitere Zusammenarbeit an die Bedingung, dass DEATH den Namen ändere. David, ältester und Bandleader, lehnte eine Namensänderung jedoch kategorisch ab. Zu dieser Zeit glaubte er, dass die Band schnell eine neue Plattenfirma finden würde. Ein fataler Irrtum, wie sich später herausstellte.

Veröffentlichung nach 35 Jahren

1976 versuchte es DEATH in Eigenregie. Insgesamt 500 Exemplare der Sieben-Zoll-Scheibe „Politicians In My Eyes“ wurden unter dem eigenen Label, Tryangle Records veröffentlicht. Diese ist heutigen Plattensammlern bis zu 800$ wert. Doch zu jener Zeit, sollte es die einzige und vorerst letzte Veröffentlichung bleiben. DEATH, lösten sich – zehn Jahre vor der ersten Veröffentlichung der gleichnamigen Death-Metal Band aus Tampa – im Jahre 1977 auf.

Erst auf Initiative des Sohns von Bobby hin, wurden die alten Tapes noch einmal aus dem Dachboden geholt. Dieser rief seinen Vater von einer Party aus an, auf der die alten Tracks der Band zum Besten gegeben wurden. 2009 entschied man sich dann, mit dem Label Drag City, die alten Aufnahmen von ’74 zu veröffentlichen. Und auch noch heute, über 35 Jahre später haben es die Songs in sich. Hält man sich beim Hören zusätzlich noch das Entstehungsdatum vor Augen, ist es kaum zu Glauben, wie schlecht es die Geschichte mit den drei Jungs aus Detroit gemeint hat. David wurde vom Durchbruch – wenn man dies nach fast 35 Jahren noch so bezeichnen kann – leider kein Zeuge mehr. Er starb im Jahr 2000 an den Folgen von Lungenkrebs.

Nach dem überwältigenden Erfolg der Veröffentlichung von „For The Whole World To See“, entschied man sich ein weiteres Album mit Demo-Tapes und weiteren Aufnahmen der Band aus der Zeit vor ’74 auf den Markt zu bringen. „Spiritual – Mental – Physical“ erschien 2011.

Auch im Jahr 2012 wurde der Bandgeschichte ein weiteres, spätes Kapitel hinzugefügt. Vielleicht der letzte Schritt um unsterblich zu werden. Auf dem renommierten Los Angeles Film Festival feierte eine Dokumentation mit dem Titel „A Band Called Death“ Premiere.